Der Vorstand von buildingSMART Deutschland e. V. hat am 6. Juli 2026 einstimmig die Gründung der Fachgruppe "Gebäudeautomation" beschlossen. Damit erhält ein zentrales Zukunftsthema der Baubranche – die durchgängige, interoperable Verknüpfung von BIM, Gebäudeautomation und Gebäudebetrieb – eine eigene fachliche Heimat innerhalb des Vereins.
Ziel: Offene Standards statt neuer Insellösungen
Die Gebäudeautomation verbindet Planung, Betrieb, Monitoring und Energiemanagement zu einem zunehmend vernetzten Gesamtsystem und bildet damit eine wesentliche Grundlage für künftige Smart-Building- und Digital-Twin-Anwendungen. Bislang bricht der Datenfluss jedoch häufig genau an der Schnittstelle zwischen Planung und Betrieb ab – ein Umstand, dem sich die neue Fachgruppe annehmen will.
Ausdrücklich verfolgt die Fachgruppe dabei nicht das Ziel, einen weiteren proprietären Standard zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht stattdessen die Integration und Harmonisierung bestehender Standards, Ontologien und Datenmodelle aus den Bereichen OpenBIM, Gebäudeautomation, IoT und digitaler Zwilling – darunter etablierte buildingSMART-Standards wie IFC, IDS und bSDD ebenso wie Ansätze wie ASHRAE 223P, Brick oder die Asset Administration Shell (AAS).
Breite Trägerschaft aus Industrie, Forschung und Verbänden
Die Fachgruppe wird von einer Initiatorengruppe aus 27 Personen und Organisationen getragen, darunter Unternehmen wie Siemens AG, dormakaba Deutschland, CORE Digital Engineering und Wildeboer Bauteile, Verbände wie VDMA, ZVEI und NAMUR sowie Hochschulen wie die TH Köln und die TU Dresden. Die Leitung übernehmen drei gleichberechtigte Gruppensprecherinnen und -sprecher:
- Silvia de Lima Vasconcelos (Persönliche Mitgliedschaft)
- Hans-Joachim Langels (Siemens AG)
- Dr. Kai Oberste-Ufer (dormakaba Deutschland GmbH)
Ausblick
Für die kommenden zwölf Monate ist zunächst die Erstellung einer strukturierten Standard- und Technologielandkarte sowie eines domänenübergreifenden Glossars geplant. Ein erstes Whitepaper soll im Oktober 2026 im Rahmen des buildingSMART-Summits in Tokio vorgestellt werden. Bis zum dritten Meilenstein nach rund 36 Monaten ist zudem die prototypische Validierung der Ergebnisse in einem Demonstrator vorgesehen.
Ansprechpartner in der Geschäftsstelle ist Rainer Raacke, Leiter Standardisierung.
